Mit «Metro» die SRG erkunden

«Metro» führt Station für Station durch alle wichtigen und wissenswerten Themen in und um die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG. Man erfährt, warum die SRG zwar einen öffentlichen Auftrag hat, aber trotzdem keine öffentlich-rechtliche Anstalt ist. Man lernt die einzigartige Organisationsform der SRG kennen und sieht, welche Ziele die SRG künftig verfolgen will. «Metro» ist ein Instrument für Eilige, aber auch eines für die, die es ganz genau wissen wollen. «Metro» richtet sich an neue Mitarbeitende, doch gibt es auch für «alte SRG-Hasen» noch das eine oder andere zu entdecken. Natürlich sind auch Personen, die nicht bei der SRG arbeiten, herzlich eingeladen, die SRG mit «Metro» besser kennenzulernen. Die erste Station jeder Linie gibt kurz und bündig Auskunft über die wichtigsten Fakten. Die zweite Station dringt bereits tiefer ins Thema ein. Bei Station drei gibt es Detailinformationen. Und wer sich bis zur vierten Station durchklickt, gelangt zu den Unternehmenseinheiten Radiotelevisione svizzera (RSI), Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR), Radio Télévision Suisse (RTS), Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und Swissinfo (SWI).

Die SRG – unabhängig, schweizweit und im Dienst der Gesellschaft

Oft wird die SRG als «Staatsradio» oder «Staatsfernsehen» bezeichnet. Zu Unrecht.

Die SRG erfüllt auf der Grundlage von Verfassung, Gesetz und Konzession einen gesellschaftlichen Auftrag und erhält dafür Geld aus den Einnahmen der Radio- und Fernsehgebühr, die im Auftrag des Bundes durch die Billag eingezogen wird. Im Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (RTVG) und – noch etwas detaillierter – in der entsprechenden Verordnung und der Konzession ist geregelt, welche Aufgaben die SRG im Rahmen ihres Auftrags zu erfüllen hat:

  • Angebote zu bestimmten Aspekten im Programm (freie Meinungsbildung, Zusammenhalt zwischen den Landesteilen, Schweizer Kultur, Bildung, Integration und Unterhaltung),
  • ähnlich umfangreiche Angebote in den drei grossen Sprachregionen, ein angepasstes Angebot auch für die rätoromanische Schweiz, ein Online-angebot für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer,
  • Verbreitung über verschiedene Wege (zum Beispiel UKW, DAB+, DVB-T),
  • ein Internetangebot gemäss Vorgaben (zum Beispiel Beschränkung von Textbeiträgen ohne Bezug zu Radio- oder Fernsehsendungen),
  • organisatorischer Aufbau gemäss Vorgaben (zum Beispiel Zusammensetzung des Verwaltungsrats)
  • Zusammenarbeit mit gewissen Branchen (Film, Musik, Archive usw.)

Die SRG hat in ihren Programmen zudem besondere qualitative und ethische Anforderungen zu erfüllen, um sich von kommerziellen Anbietern zu unterscheiden.

Tätigkeiten, Organisation und Finanzierung der SRG werden im Wesentlichen vom Bund vorgegeben und vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) beaufsichtigt. Die SRG ist folglich in ihrem Handeln nicht «frei». Innerhalb des Rahmens, den Gesetz und Konzession bilden, ist sie jedoch unabhängig. Dieses Gebot der Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen ist in der Bundesverfassung festgeschrieben. Niemand, auch nicht Vertreter aus Politik oder Bundesverwaltung, darf sich in die redaktionelle Arbeit der Medien und somit in die redaktionelle Arbeit der SRG einmischen.

Falsch ist:
Die SRG und ihre Unternehmenseinheiten RSI, RTR, RTS, SRF und SWI sind «Staatsradios», «Staatsfernsehen» oder ein «Staatsbetrieb».

Richtig ist:
Die SRG ist ein nach aktienrechtlichen Prinzipien geführter privater Verein (siehe auch «Organisation und Struktur») mit besonderem gesellschaftlichem Auftrag (Konzession), der zur Erfüllung dieses Auftrags ein Medienunternehmen betreibt.

Schon gewusst?

Das Verhältnis zwischen Bund und SRG lässt sich mit dem «Vier-Kreise-Modell» des Bundes schön veranschaulichen. Die Bundesverwaltung steuert ihre Leistungserbringer auf unterschiedliche Art und Weise. Einige werden sehr eng und zentral geführt, andere erhalten gewisse Zielvorgaben und sind ansonsten in der Ausgestaltung ihrer Arbeit frei. Die SRG ist nicht Bestandteil des Vier-Kreise-Modells. Sie steht gänzlich ausserhalb.

  • Kreis 1: Ministerialverwaltung
    Primär Verwaltungsstellen mit Koordinations- und Steuerungsfunktionen, z.B. Bundesamt für Justiz.
  • Kreis 2: Durch Leistungsauftrag geführte Ämter
    Verwaltungsinterne Leistungserbringer, z.B. Bakom.
  • Kreis 3: Betriebe und Anstalten des öffentlichen Rechts
    Verwaltungsexterne Leistungserbringer, jedoch zu 100% in Bundesbesitz, z.B. ETH.
  • Kreis 4: Gemischtwirtschaftliche und private Unternehmen
    Verwaltungsexterne Leistungserbringer mit Bundesbeteiligung, jedoch nicht zu 100% in Bundesbesitz, z.B. Post, Swisscom.
  • SRG: Kein Bestandteil des 4-Kreisemodells des Bundes, da noch weiter vom Bund entfernt.
    Aktienrechtlich geführter Verein mit gesellschaftlichem Auftrag.

Schon gewusst?

Leitend ist für die SRG der «Service-public-Gedanke». Entstanden ist die Idee des Service public des Rundfunks in Europa zwischen den beiden Weltkriegen, zuerst in Grossbritannien. Mit einer flächendeckenden Ausdehnung des Rundfunks zeigte sich rasch, dass dieser eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung innerhalb der Bevölkerung einnimmt. Der Rundfunk wurde zu einem Machtinstrument. Wem aber gehörte dieser Rundfunk? Der Regierung? Der Wirtschaft? Grossbritannien entschied sich für eine Rundfunkanstalt, die unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen sein sollte. Eine Rundfunkanstalt, die nur im Dienst der Gesellschaft stehen sollte. Dies war die Geburtsstunde der BBC beziehungsweise des Service public.

Wie der Begriff Service public impliziert, handelt es sich um einen öffentlichen Dienst – hier spezifisch – einen öffentlichen Dienst des Rundfunks. Zentral sind drei Punkte:

  1. Wir erreichen alle.
    Die ganze Bevölkerung – auch in abgelegenen Gegenden – hat Zugang zum inhaltlich hochwertigen SRG-Angebot. Das Angebot der drei grossen Sprachregionen ist deshalb ähnlich umfangreich. Auch die rätoromanische Schweiz hat ein eigenes kleineres Radio-, TV- und Webangebot. 
  2. Wir bilden Meinungsvielfalt ab.
    Wir zeigen immer mehrere Aspekte eines Themas und sind unparteilich. So können sich die Bürgerinnen und Bürger immer ihr eigenes Bild machen, sich ihre eigene Meinung bilden. Besonders in einer Demokratie, wo die Bevölkerung wesentlich mitbestimmen kann, ist dies sehr wichtig.
  3. Wir sind unabhängig.
    Unsere Tätigkeit erfolgt unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen. Wir streben keinen Gewinn an. Wir dienen nur der Gesellschaft.